Evangelische Grundschule heute- Chancen und Herausforderungen

Die Evangelische Grundschule Viktoriastraße (EGS) unterrichtet nach den für alle Schulen geltenden Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW. Darüber hinaus sollen in einer Konfessionsschule die Grundlagen des entsprechenden Bekenntnisses in ihrer Unterrichts- und Erziehungsarbeit zur Geltung kommen.

Das bedeutet für die ganze Schulgemeinde:

„Wir wollen im evangelischen Geist
miteinander leben.“


Was heißt das konkret?

Angenommen sein

Wir wollen jedes Kind als einzigartiges Geschöpf und Geschenk Gottes annehmen und sind uns der Verantwortung für die uns Anvertrauten bewusst. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich selbst anzunehmen und wertzuschätzen, so wie sie sind. Alle sind Gottes Kinder.

Dem Einzelnen gerecht werden

Wir bemühen uns, Leistungsfähigkeit individuell zu erkennen und jeden unter Beachtung des menschlichen Maßes und seiner Lebenssituation so zu fördern, wie er es braucht. Jedes Kind soll sich nach seinem Vermögen, seinen Neigungen und in seinem Tempo entwickeln können. Die Schülerinnen und Schüler können lernen, sich gegenseitig in ihrer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren, sich zu helfen und ohne Konkurrenzdruck zu arbeiten.

Traditionen bewahren

Wir übernehmen gute Traditionen und entwickeln Rituale und Regeln für ein friedliches Zusammenleben. Kinder brauchen immer wiederkehrende Strukturen, sie vermitteln ihnen Sicherheit und Geborgenheit. Die Erfahrung, dass sie Glieder einer Traditionskette sind, gibt ihnen Heimat und macht sie stark. Dass Rücksichtnahme und Höflichkeit auch heute noch zu einem guten Miteinander beitragen, ist eine wichtige Lernerfahrung. Mit selbst verfassten Gesprächs- und Klassenregeln fühlen sie sich ernst genommen.

Gemeinschaft leben

Wir laden Kinder anderer Konfession, Religionen und Kulturkreise ein, mit uns in Gemeinschaft zu leben und zu lernen. Wir zeigen ihnen unsere Identität, lassen sie teilhaben, zwingen ihnen aber nichts auf. Die Schülerinnen und Schüler können die Angst und Abwehrhaltung vor dem Fremden überwinden, wenn sie es besser kennen und die Ansicht des anderen respektieren lernen. Das Interesse füreinander kann bereichern und zur Entwicklung von Verständnis und Toleranz beitragen.

Orientierung geben

Wir zeigen den Kindern eine Orientierungsmöglichkeit für ihren Lebensweg: die Hoffnungsbotschaft des Evangeliums von Jesus Christus. Schon Grundschulkinder sind verunsichert durch die Vielzahl von Meinungen, Angeboten und Strömungen in unserer pluralen Gesellschaft. Nicht nur im Religionsunterricht beschäftigen wir uns darum mit ihren Fragen nach dem Sinn des Lebens und suchen in der christlichen Botschaft nach Ermutigung für ihre Zukunft.

Glauben erfahren

Wir bieten an, durch die Vermittlung religiösen Grundwissens, die Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde und durch unser Vorbild eine Weise der Lebensgestaltung kennen zu lernen. Durch vielfältige Kooperationen mit der Evangelischen Gemeinde (Schulgottesdienste, Projekte, Kindergruppen, Chöre), aber auch im Unterricht und in unserem Zusammenleben lernen die Schüler christliche Gemeinschaft kennen. Sie können verstehen lernen, warum Menschen einen solchen Lebensentwurf ernsthaft vertreten und lieben.

Welt wahrnehmen

Wir nehmen uns Zeit, auch für nicht unmittelbar Verwertbares, und finden Ruhe, um „hinter die Dinge zu sehen“. Zur Besinnung kommen, nachdenken und nicht im Oberfläclichen bleiben, Gefühle spüren, Literatur, Kunst, Musik und die Natur bewundern, sich und den anderen wahrnehmen, herausfinden, wie alles zusammenhängt und was wirklich wichtig ist: das alles kann die Schülerinnen und Schüler ganzheitlich und nachhaltig bilden und stärken.

Verantwortung bewusst machen

Wir tun konkrete kleine Schritte, um die Verantwortung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung bewusst zu machen. Unsere Kinder erfahren globale Zusammenhänge durch unsere langjährige Partnerschaft mit einer Grundschule in Kenia und können selbständig viele Ideen zur Unterstützung des „Eine Welt Gedankens“ entwickeln.


Troisdorf, im November 2006